Nach langer Zeit wieder einmal in Oberlichtenau zum Silvesterlauf und ein kleines Lebenzeichen von unserer Trainingsgruppe. Ich weiß gar nicht mehr wie oft ich hier an den Start gegangen bin, vielleicht schon fünf oder sechs Mal. Man kann also schon von einer kleinen Tradition sprechen. Mit dabei diesmal auch Paul und Seriensieger und Streckenrekordhalter Maik Petzold. Nach guten Trainingswochen wollten Paul und ich einen schnellen Trainingslauf absolvieren, der dann auch richtig schnell und schneller als geplant wurde.
Von Beginn an machte Maik sofort das Tempo, sodass ich schon bei den ersten Anstiegen immer ein wenig abreißen lassen musste. Bergab ging es dafür um so besser. Ich holte meinen Rückstand immer wieder auf und konnte hin und wieder auch mal selber das Tempo angeben. Die ersten 4 Kilometer liefen wir als dynamisches Trio. Jeder ging mal in Führung und sorgte für ein konstant schnelles Tempo. Paul musste leider seinen langen und harten Einheiten der letzten Tage Tribut zollen und fiel aus der Dreiergruppe heraus.
Von nun an war es ein ständiges Wechselspiel in der Führung. Mal ging Maik nach vorne, weil ich langsamer wurde und Mal ging ich wieder nach vorne, weil ich mich gut erholt hatte. An den Bergpassagen kam Maik immer wieder ein Stück weg von mir und konnte sich einen kleinen Vorsprung erlaufen. Kurz vor Oberlichtenau konnte ich dann jedoch die Bergabstrecke nutzen und wieder heranlaufen.
Es ging zum Ziel. Dicht an dicht. Die letzten 100m ein starker Anstieg. Schlechte Karten für mich. Doch Maik war auch fertig; konnte auch nicht mehr entscheidend antreten. Ich versuchte mein Glück, trat an und konnte mich 30m vor dem Ziel ein paar Meter absetzen. Maik folgte mit 5s Rückstand. Paul lief danach sein einsames Rennen zu Ende und erreichte den 3. Platz.
Den Streckenrekord haben wir leider um einige Sekunden verpasst, aber das Team Runningpower ist nun noch stärker in der Bestenliste des Laufes vertreten
Wie bereits in meinen kleinen Blog angekündigt, nahm ich am 27.11.2011 am 36. Kawaguchi Marathon am Fuß des Mt. Fuji teil. Für mich ging es aber noch nicht über die volle Marathondistanz. Dafür war das Training der letzten Monate einfach nicht ausgelegt. Es ging also nur eine Runde um den Lake Kawaguchi über 27km.
Es gab natürlich auch neben dem eigentlichen Wettkampf viel zu sehen. Für einen Europäer ein Kulturschock mit viele Merkwürdigkeiten, aber auch interessanten Sachen. So ist es in Japan nicht ungewöhnlich beim betreten des eigenen Bades die Hausschuhe zu wechseln. Aber genug von solchen kleinen witzigen Sachen.
In Japan ist Laufsport ein Volkssport und Teilnehmer internationaler Meisterschaften sind Helden. Ein nur zu wünschenswertes Szenario für Deutschland. Der Lauf startete mit 16.000 Läufern und ist eher als Landschaftsmarathon mit impulsanten Blick auf den Mt. Fuji zu verstehen. 2.500 Läufer nahmen an den 27km teil, der Rest rannte die volle Marathondistanz.
Die Bedingungen zum Marathonstart hätten nicht besser sein können. Klarer Himmel mit kühlenden 4°C. Eine sehr ausgedehnte Ehrung von Sponsoren und Reden von berühmten Persönlichkeiten dauerte eine Viertelstunde. Genug Zeit um nach einer ordentlichen Erwärmung wieder komplett auszukühlen und zu frieren. Aber anscheinend ist das hier einfach so.
Das japanische Publikum ist allerdings unüblicherweise mit Applaus und Anfeuerung sehr sparsam. Eben ein sehr zurückhaltendes und diszipliniertes Volk. So gab es auf der Strecke auch selten große Emotionen. Außer, wenn die Ausländer ein bisschen Stimmung machten.
Meine Renntaktik war einfach. Lauf genießen und den Marathonläufern folgen. Das klappte auch den größten Teil der Strecke und ich konnte nach 1:31h als erster die Ziellinie für den 27km Lauf überqueren. Es war also letztendlich doch sehr schöner Wettkampf und sogar noch erfolgreich. Großer Dank an den SCC Berlin.
Es war wieder einmal ein großartiges Erlebnis. Die tausenden Läufer, die Zuschauer, das Wetter. Besser geht es eigentlich nicht. Und sind ist es auch nicht verwunderlich, dass so viele gute Zeiten gelaufen wurden. Nicht zu letzt ein neuer Männer Weltrekord von Patrick Makau.
Bei den Frauen erreichte die beste Deutsche Läuferin, Irina Mikitenko, den 2. Platz. Das macht mich natürlich sehr glücklich, da ich für Sie 30km lang das Tempo gemacht habe. Lange Zeit lag Irina nur auf dem 3. Rang, aber eine gut gewählte Taktik sollte letztendlich den Erfolg bringen. Hier unsere Zwischenzeiten:
Split
Tageszeit
Zeit
Diff
min/km
km/h
5 km
09:17:00
00:17:01
17:01
03:25
17.64
10 km
09:33:59
00:34:00
16:59
03:24
17.67
15 km
09:50:57
00:50:58
16:58
03:24
17.68
20 km
10:07:50
01:07:50
16:52
03:23
17.78
Halb
10:11:34
01:11:34
03:44
03:24
17.65
25 km
10:24:53
01:24:54
13:20
03:25
17.57
30 km
10:41:31
01:41:31
16:37
03:20
18.05
Am Ende zahlte es sich aus, dass wir relativ langsam begonnen haben, denn wir sparten viel Kraft und konnten zum Ende des Rennens immer schneller werden. Bei Km 30 konnte Irina an Paula Radcliff vorbei laufen und sich den 2. Platz sichern.
Wie schon im vergangenen Jahr ging es auch diesmal wieder in den hohen Norden nach Schortens zum 10 Meilen Lauf. Ein Lauf mit internationaler Beteiligung und vielen Zuschauern, der alle Athleten zu Bestleistungen treibt.
Das Ziel war klar: bester Europäer werden und die Zeit aus dem letzten Jahr nochmal verbessern. Das würde heißen, schneller als 3:08min/km (19.2 km/h). Am Start natürlich auch wieder ein Trio aus Kenia, welches versuchen würde den Streckenrekord aus dem Vorjahr zu verbessern. Es war klar, dass sie den Sieg unter sich ausmachen würden. So ließen wir sie gleich vom Start an weglaufen und machten unser eigenes Rennen. Ich fühlte mich gut und die ersten 5Km liefen locker in 15:29min. In einer großen Verfolgergruppe wechselten wir ständig die Führung und hielten das Tempo hoch. Nach 10km zählte die große Verfolgergruppe nur noch 3 Läufer. Ich war dabei ... und das Tempo immer noch ordentlich. 30:58min als 10km Durchgangszeit. Eine Tempoverschärfung zu Beginn der vierten und letzten Runde brachte mir nicht den gewünschten Erfolg und die Gruppe blieb weiter beisammen. Kurz vor Ende, 2km vor dem Ziel, fehlte mir heute noch die Kraft einen weiteren Tempoverschärfung zu folgen. Ein kleines Loch zu meinen Mitläufern riss auf. Eine kleine kurze Schwäche. Danach sammelte ich mich wieder, aber den kleinen Rückstand konnte ich nicht mehr aufholen.
Am Ende steht ein erfolgreicher 6. Platz in einem internationalen Feld. Mit einer Endzeit von 49:59min steigerte ich mich um 24s im Vergleich zum letzten Jahr. In Hinblick auf die DM in 3 Wochen, war das nochmal ein guter Test und ich fühle mich gut vorbereitet.
Zurück auf der Straße mit schnellen Füßen. Im verregneten Berlin ging es auch in diesen Jahr wieder den Ku'damm auf und ab. Am Start auch wieder schnelle Leute wie Musa Roba-Kinkal, Stefan Koch und viele bekannte Berliner Gesichter (Fabian Clarkson, Hagen Brosius, Abdou Oukioud und viele mehr). Viele Läufer mit ähnlichem Leistungsvermögen versprachen ein schnelles Rennen. Auch Paul fand zu meiner Freude wieder zurück zur 10km Wettkampstrecke und wollte sich in einem guten Feld testen.
Gleich vom Start an formierte sich eine große Gruppe hinter Musa, der auch dieses Jahr nicht zu stoppen war. Die ersten Kilometer liefen unheimlich locker und lassen für die nächsten Wochen noch schnelle Rennen zu erwarten. Nach 5km kristallierte sich ein kleine Verfolgergruppe mit 4 Leuten heraus und ich war mittendrin. Viel mehr noch, ich fühlte mich so gut, dass ich die Verfolgergruppe immer wieder anführte und versuchte mich ein Stück abzusetzen. Druchgangszeit bei 5km war eine gute 15:05 min und versprach eine schnelle Endzeit. Nach 8km waren wir nur noch zu dritt in der Verfolgergruppe und jetzt begannen die Spielchen um sich vom Rest zu lösen. Mit zwei schnellen letzten Kilometer in 6min versuchte ich meine Kontrahenten loszuwerden. Die hielten jedoch dagegen und hängten mich kurz vor dem Ziel ab. Am Ende stand ein sehr guter 4. Platz in 30:33 min. Paul beendete das Rennen in einem guten Feld mit dem 12. Platz in 31:44 min.